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Forschungskolloquium Wirtschaft und Wissenschaft
Das Kolloquium Wirtschaft und Wissenschaft beleuchtet praxisnah Lösungen aus der Wissenschaft, die der Wirtschaft Mehrwert bringen. Das Kolloquium bietet eine thematisch vielseitige Plattform zum Austausch zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Zu Wort kommen beispielsweise Unternehmensleiterinnen und -leiter, die wissenschaftliche Methoden anwenden - aber auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die betriebswirtschaftliche Beratungsmandate übernehmen sowie weitere Persönlichkeiten an der Schnittstelle von Wirtschaft und Wissenschaft. Zudem dient das Kolloquium als Rahmen für die Präsentation herausragender Qualifikationsarbeiten von Studierenden, Dozierenden und Wissenschaftlichen Mitarbeitenden der Kalaidos Fachhochschule Wirtschaft.
Daten und Titel der nächsten Kolloquien werden jeweils an dieser Stelle angekündigt.
Online-Anmeldung
Bitte beachten Sie, dass vorerst nur die Anmeldung für die ersten beiden Veranstaltungen möglich ist. Die Anmeldung für die Forschungskolloquien im Juli und August kann aus organisatorischen Gründen erst Anfang Juni freigeschaltet werden.
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Programm Forschungskolloquium |
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8. Mai 2012 |
«Co-Branding zwischen einer Hersteller- und einer Handelsmarke am Beispiel der Migros» |
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6. Juni 2012 |
«Die Bedeutung nachhaltigen Verhaltens von Unternehmen - ein interdisziplinärer Ansatz» |
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3. Juli 2012 |
«Führung im organisationalen Wandel: Einfluss des transformationalen Führungkonzpetes auf die Eigeninitiative» |
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22. August 2012 |
«Freiwilligenpotential nutzen - Die Auswirkungen unterschiedlicher Arbeitsbedingungen auf die Einsatzbereitschaft Freiwilliger» |
Datum: 8. Mai 2012
Zeit: 17.00 - 18.00 Uhr
Co-Branding zwischen einer Hersteller- und einer Handelsmarke am Beispiel der Migros
Co-Branding beschreibt die Erstellung einer Leistung von zwei Marken. Das SonyEricsson Handy ist solch ein Co-Brand. Beide Markenpartner treten dabei für Kunden wahrnehmbar auf und bündeln in einem Produkt ihre verschiedenen Kompetenzen. Dadurch wird ein Zusatznutzen generiert, der sich unter anderem in einer gesteigerten Preisbereitschaft niederschlägt. Verbreitet ist diese Art der Zusammenarbeit bei Herstellermarken, sie bietet aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse bezüglich der Erfolgsfaktoren.
Im Handelsmarkenumfeld findet Co-Branding kaum Beachtung, weder in der wissenschaftlichen Diskussion noch in der Praxis. Manche Handelsunternehmung ist selbst zur Marke geworden und kann als relevanter Markenpartner für Co-Branding angesehen werden.
Die vorherrschende wissenschaftliche Meinung identifiziert die Markenstärke und den Markenfit der Partnermarken als entscheidende Erfolgsfaktoren. Im Markenfit steht die Kompatibilität und Komplementarität im Fokus. Am Beispiel von Herrenunterhosen der Migros Handelsmarke John Adams wurde in einer empirischen Untersuchung überprüft, inwieweit sich die Erfolgsfaktoren des Co-Branding auf das Handelsmarkenumfeld anwenden lassen.
Die Ergebnisse lassen darauf schliessen, dass die Erfolgsfaktoren sich nicht vollumfänglich auf das Handelsmarkenumfeld adaptieren lassen. Die Resultate zeigen deutlich anders gelagerte Schwerpunkte im Markenfit. Die Attributüberlappung in den Markenkompetenzen scheint das Erfolgskriterium zu sein und steht damit im diametralen Gegensatz zu den Erfolgsfaktoren bei Herstellermarken.
Die Studie von Ebru Klüver kann dazu beitragen, dass Handelsmarken Co-Branding ein forschungsrelevantes Thema wird, aufgrund anders gelagerter Schwerpunkte im Markenfit und einer verminderten Preisbereitschaft bei fehlender Kompatibilität. Für die Praxis bietet die Kombination Hersteller- und Handelsmarken Co-Branding eine Differenzierungs- und Wachstumschance, insbesondere in gesättigten Märkten.
Referentin: Ebru Klüver
Ebru Klüver (*1970) verfolgte zunächst eine klassische Laufbahn im Bekleidungshandel von der Aushilfe zur Verkaufsleiterin, bevor sie ein BBA-Studium mit Vertiefungsrichtung Marketing und Kommunikation an der Kalaidos Fachhochschule aufnahm. Ihr Studium schloss sie im September 2011 mit der besten Bachelor-Arbeit ab. Seit 2010 ist sie als Category Managerin im Marketing des Migros-Genossenschafts-Bunds in Zürich tätig und leitet dort die zwei Marktführer-Warengruppen Herrenwäsche und Strumpfwaren, für die sie auch einen Marken-Relaunch durchführte. Spezialisiert ist Ebru Klüver auf Markenmanagement.
Datum: 6. Juni 2012
Zeit: 17.00 - 18.00 Uhr
Die Bedeutung nachhaltigen Verhaltens von Unternehmen - ein interdisziplinärer Ansatz
Nachhaltigkeit bedeutet für viele Unternehmen nicht nur eine grosse Herausforderung, sondern auch einen immer wichtigeren Erfolgsfaktor. Damit Nachhaltigkeit nicht im Keim erstickt, muss sie planbar, messbar und kommunizierbar sein.
Stephan Klein befasst sich in seiner Masterarbeit mit Management-Instrumenten, die vor allem auf operativer Ebene bei der Umsetzung des Prinzips der Nachhaltigkeit helfen können. Er beschreibt, wie Nachhaltigkeit in die Unternehmensführung integriert werden kann, und durchleuchtet die unterschiedlichen Interessen und Ansprüche, denen ein Unternehmen gerecht werden muss. Ansprüche, die ein Unternehmen dazu anhalten, nebst wirtschaftlichen Zielen soziale und ökologische Zielsetzungen und Aktivitäten in seinem Handeln zu berücksichtigen.
Darüber hinaus greift Stephan Klein unterschiedliche empirische Studien auf, welche den Zusammenhang zwischen nachhaltigem Verhalten und ökonomischem Erfolg eines Unternehmens untersuchen.
Referent: Stephan Klein
Stephan Klein (*1973) hat an der Universität Zürich das Betriebswirtschaftsstudium mit Schwerpunkt Unternehmenspolitik und Unternehmensführung abgeschlossen, ein CAS in Change Management sowie 2011 einen Executive MBA mit Schwerpunkt Business Engineering an der Kalaidos Fachhochschule erlangt. Er ist seit 2010 CEO der Ergodata AG. Ergodata entwickelt innovative Produkte und Lösungen für moderne Bürowelten. Davor war er neun Jahre in der Industriegüter- und Telekommunikationsbranche im In- und Ausland tätig.
Datum: 3. Juli 2012
Zeit: 17.00 - 18.00 Uhr
Führung im organisationalen Wandel: Einfluss des transformationalen Führungskonzepts auf die Eigeninitiative
Unternehmen befinden sich in einem stetigen Wandel. Durch die Entwicklung neuer Informationstechniken verändern sich die Marktmechanismen und stellen neue Anforderungen an die Innovationsfähigkeit der Unternehmen. Betroffen vom Innovationsdruck sind nicht nur Produkte und Services, sondern auch Organisationsformen und Vertriebswege. Insbesondere im Dienstleistungssektor sind hohe Qualität und ausgeprägte Kundenorientierung in Zeiten zunehmender Markttransparenz zentrale Wettbewerbsfaktoren.
Im Weiteren bestimmt der zunehmende Einfluss externer und globaler Finanzmärkte immer stärker die Entscheidungen des Managements und wirkt sich somit auf die konkrete Unternehmensentwicklung aus. Unterschiedliche Managementkonzepte versuchen, den Veränderungsdruck aufzugreifen und konstruktiv umzusetzen. Durch die Veränderungen der Organisationsstrukturen sollen Effizienz und Flexibilität gesteigert werden.
Die soweit skizzierten Anforderungen und Veränderungen müssen nicht zuletzt auch auf personaler Ebene betrachtet werden. Für die Mitglieder der Organisationen bedeutet das eine zunehmende Lern- und Veränderungsbereitschaft. Auf der Ebene der Qualifikationen rücken neben fachlichen Kompetenzen länger wie mehr die personalen, sozialen und methodischen Kompetenzen in den Vordergrund.
Von den Mitarbeitenden wird Selbstmanagement und die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen gefordert. Mitarbeitende sollen nicht wie früher einfach die Arbeit nach dem Motto "Dienst nach Vorschrift" verrichten, sondern in Eigenverantwortung handeln. Führungskräfte müssen indes fähig sein, ein Klima und ein Umfeld zu schaffen, in dem in Eigeninitiative gearbeitet werden kann. Genau an diesem Punkt benötigt es in den Unternehmen fähige Führungskräfte, die den Strukturwandel durch organisationsentwickelnde Massnahmen begleiten und durch Personalentwicklungsmassnahmen die Kompetenzen ihrer Mitarbeitenden ständig ausbauen.
Wie kann nun Eigeninitiative gefördert resp. aktiviert werden? Im Gegensatz zu den klassischen Führungstheorien zeigt die transformationale Führungstheorie einen vielversprechenden Ansatz. Denn die Stimulierung von Eigeninitiative scheint ein anhaftendes Element des Konzeptes zu sein.
Die Masterarbeit von Alexander Hüsler widmet sich vor allem diesem letzten Aspekt und untersucht den Zusammenhang zwischen transformationaler Führung und Eigeninitiative.
Als Forschungsobjekt dient eine Organisation aus dem elektrizitätswirtschaftlichen Umfeld. Umso interessanter, da diese Branche den Monopolstatus verlässt und neue Arbeits- und Organisationsformen Einzug halten.
Referent: Alexander Hüsler
Alexander Hüsler (*1972) hat sich nach der technischen Grundausbildung zum Sicherheitsberater mit eidg. Fachausweis weitergebildet. Seit diesem Abschluss war er in verschiedenen Funktionen in der Elektrizitätsbranche tätig. 2003 absolvierte er den Marketingplaner und 2006 das Nachdiplomstudium dipl. Betriebswirtschafter HF. Seit 2006 ist er bei den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich als Führungskraft und Projektleiter tätig. 2010 hat er den MAS in Service Leadership an der Kalaidos Fachhochschule erworben. Er unterrichtet im Nebenamt an einer höheren Fachschule das Modul Personalmanagement.
Datum: 22. August 2012
Zeit: 17.00 - 18.00 Uhr
Freiwilligenpotential nutzen - Die Auswirkungen unterschiedlicher Arbeitsbedingungen auf die Einsatzbereitschaft Freiwilliger
Dass Freiwilligenarbeit einen enormen volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen besitzt, ist in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft unbestritten. Im Jahr 2010 leisteten rund 33% der Schweizer Wohnbevölkerung unentgeltliche Arbeit, zusammen etwa 640 Millionen Stunden. Dennoch ist bekannt, dass die grundsätzliche Bereitschaft zu freiwilligem Engagement deutlich höher ist als das tatsächlich geleistete. Dass Freiwillige motiviert sein müssen, weiss man schon lange. Warum so viele Personen jedoch nicht aktiv werden, dazu konnte die Forschung bisher nur unzureichende Antworten liefern, denn in der Vergangenheit wurden primär die individuellen Bestimmungsgründe und intrinsischen Motive Freiwilliger untersucht.
Bisher wurde unterschätzt, dass neben der Motivation auch die Arbeitsbedingungen auf der Angebotsseite eine zentrale Rolle bei der Entscheidung für oder gegen ein Freiwilligenengagement spielen. Dieser Forschungslücke hat Kalaidos Research in Zusammenarbeit mit Greenpeace eine von der Förderagentur für Innovation des Bundes (KTI) unterstützte gesamtschweizerische Studie gewidmet. Im Zentrum stand dabei die Frage, wie Organisationen ihre Freiwilligenangebote in der Praxis ausgestalten sollten, um eine grösstmögliche Bereitschaft zur Übernahme der jeweiligen Tätigkeiten zu erzielen.
Mit Hilfe unterschiedlicher Situationsbeschreibungen wurde untersucht, welche Arbeitsbedingungen die Teilnahmebereitschaft potentieller Freiwilliger erhöhen. Die wichtigsten Ergebnisse: Je grösser die Freiheit bei der Einsatzplanung, desto eher ist eine Person bereit, sich zu engagieren, und wer sich nicht langfristig verpflichten soll, arbeitet eher freiwillig. Allerdings sinkt die Bereitschaft mit zunehmendem Alter: über 64-Jährige bekundeten vor allem dann eine vergleichsweise tiefe Bereitschaft, wenn sie sich selten und nur für kurze Zeit engagieren sollen. Bei Frauen sinkt die Bereitschaft, wenn ein Engagement häufig ist und lange dauert. Nicht Erwerbstätige sind eher als andere Gruppen bereit, häufige Einsätze zu leisten und gleichzeitig weniger als andere durch kleinen Aufwand zu motivieren.
Referent: Carlo Gadient
Carlo Gadient (*1981) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent an der Kalaidos Fachhochschule. Sein Studium in Publizistik, allgemeiner Psychologie und Wirtschaftspsychologie schloss er 2008 an der Universität Zürich ab. Er leitete das KTI-Projekt Freiwilligenarbeit an der Kalaidos Fachhochschule.
Kalaidos Fachhochschule
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